Berlin Briefing - KW 3

Willkommen beim dieswöchigen Berlin Briefing!

Welcome to this week's Berlin Briefing!

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Frohes neues Jahr und willkommen zurück beim Berlin Briefing! In der vergangenen Woche sah sich Merz mit einigen innenpolitischen Schwierigkeiten konfrontiert, bemühte sich jedoch, sowohl im Inland als auch international verlässliche Führung auszustrahlen.

 

Merz’ Woche

In dieser Woche begann Bundeskanzler Friedrich Merz das politische Jahr, indem er unter zunehmendem Druck das Narrativ der „Regierungskompetenz“ betonte. Mit dem Start der Rentenkommission und dem Zielhorizont Mitte 2026 setzte er die Strategie fort, ein politisch hochexplosives Thema aus dem Grabenkrieg der Koalition herauszunehmen und in einen kontrollierten, technokratischen Prozess zu überführen. Gleichzeitig war dies ein Signal der Stabilisierung in einem Moment, in dem neue Umfragen, die die AfD vor der Union sehen, den Bedarf an sichtbaren Ergebnissen statt prozeduraler Debatten weiter verschärft haben.

Die innenpolitische Stimmung wurde zudem durch den Brandanschlag auf die Berliner Strominfrastruktur geprägt, der rasch zu einem nationalen Test für staatliche Handlungsfähigkeit und den Schutz kritischer Infrastruktur unter CDU-Verantwortung wurde. International blieb Merz derweil fest in die europäischen Sicherheitsdebatten eingebunden: In Paris nahm er an Gesprächen über Sicherheitsgarantien für die Ukraine teil und stimmte sich eng mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich ab. Insgesamt unterstrich die Woche die Strategie von Merz: Kontrolle im Inneren ausstrahlen, Deutschland im Zentrum europäischer Sicherheitsentscheidungen verankern und politische Volatilität eher durch Struktur als durch Inszenierung einhegen.


Deutschland und Großbritannien in der Welt

Am deutlichsten näherten sich Deutschland und Großbritannien diese Woche in der Ukraine-Frage an, da die Gespräche über „Sicherheitsgarantien“ vorankamen. Beim Treffen in Paris am 6. Januar unterstützten die USA öffentlich Garantien mit bindungsähnlichem Charakter für die Ukraine. Berlin signalisierte fortgesetzte nicht-kämpfende militärische Unterstützung, während London hingegen eine größere Bereitschaft erkennen ließ, die Garantien mit einer direkteren militärischen Haltung zu unterfüttern.

Zugleich machten Grönland und Iran deutlich, weshalb Deutschland und Großbritannien auch außerhalb der EU von ihrer gegenseitigen außenpolitischen Hebelwirkung profitieren. Trumps erneute Grönland-Rhetorik erzwang eine schnelle demonstrative Bündnissolidarität: Starmer sprach am Donnerstag direkt mit Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen, während Deutschland ebenfalls den Zusammenhalt der NATO und die Souveränität im arktischen Raum betonte. In Bezug auf Iran veröffentlichten Deutschland, Frankreich und das Vereinigte Königreich eine gemeinsame E3-Erklärung, in der sie das gewaltsame Vorgehen verurteilten und die Meinungs- sowie Versammlungsfreiheit hervorhoben. Europäische Führungskräfte müssen ihre Verantwortung als Garanten von Demokratie und Freiheit auch über die eigenen Grenzen hinaus ernst nehmen. Die strategische Implikation ist klar: Deutschland und Großbritannien brauchen einander auf der globalen Bühne.


Ausblick

In der kommenden Woche steht im Zeichen des Indien-Besuchs von Bundeskanzler Merz, der wirtschafts- und sicherheitspolitische Prioritäten unterstreichen soll. Innenpolitisch ist zu erwarten, dass der Berliner Angriff auf die Strominfrastruktur weiterhin Forderungen nach einem schnelleren Schutz kritischer Infrastruktur und klarerer Krisenverantwortung antreibt. Gleichzeitig sind weitere Entwicklungen an der Iran-Front wahrscheinlich.

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Happy New Year and welcome back to the Berlin Briefing! Last week, Merz dealt with some domestic troubles, but strove to project steady leadership, both at home and on the global stage.

 

Merz’ Woche

This week, Chancellor Friedrich Merz began the political year by reinforcing a “governing competence” narrative under growing pressure. He launched the pension commission, the mid-2026 target continuing the strategy of shifting a politically combustible issue out of coalition trench warfare and into a controlled, technocratic process. This move was also a signal to stabilise the government at a moment when fresh polling showing the AfD ahead of the Union has sharpened the need for visible delivery rather than procedural debate.

The domestic mood was further defined by the Berlin power-grid arson attack, which quickly became a national test of state capacity and critical-infrastructure protection under CDU leadership. Internationally, meanwhile, Merz remained firmly embedded in European security discussions, participating in Paris talks on security guarantees for Ukraine, aligning closely with France and the UK. Taken together, the week underlined Merz’s strategy: project control at home, anchor Germany at the centre of European security decision-making abroad, and contain political volatility through structure rather than spectacle.


Germany and Britain in the World

Germany and Britain converged most visibly this week on Ukraine, as the “security guarantees” track moved forwards. At the Paris meeting on 6 January, the US publicly backed binding-style guarantees for Ukraine. Berlin signaled continued non-combat military support, while London, by contrast, signaled a greater readiness to attach direct military posture to the guarantees.

At the same time, Greenland and Iran reinforced why Germany and Britain benefit from each other’s foreign-policy multipliers, even outside the EU. Trump’s renewed Greenland rhetoric forced a rapid allied solidarity response: Stamer spoke directly with Denmark’s Frederiksen on Thursday, while Germany equally underlined NATO cohesion and sovereignty in the Arctic. On Iran, Germany, France and the UK issued a joint E3 declaration condemning the violent crackdown and stressing freedom of expression and assembly. It is critical that European leaders remember their responsibilities as the safeguards of democracy and freedom beyond their own borders. The strategic implication is clear: Germany and Britain need each other on the global stage.


Outlook

This coming week is framed by Chancellor Merz’s India visit, designed to signal economic-security priorities. Domestically, we can expect Berlin’s power-grid attack to keep driving demands for faster critical-infrastructure protection and clearer crisis accountability. Meanwhile, further developments on the Iranian front remain likely.