Berlin Briefing - KW 49

Willkommen beim dieswöchigen Berlin Briefing!

Welcome to this week's Berlin Briefing!

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Innenpolitisch hat Merz die schwierigen Wochen rund um die Rentenreform vorerst hinter sich gelassen, während Deutschland und Großbritannien weiterhin führende Rollen in den Debatten über Gaza, die Ukraine und die europäische Verteidigung einnehmen.


Merz’ Woche

In dieser Woche erzielte Bundeskanzler Friedrich Merz einen wichtigen Erfolg, indem er eine Einigung über einen Übergangsplan zur Rentenreform sicherte und damit die Regierung inmitten wachsender Spannungen stabilisierte, bevor 2026 eine vertiefte Überprüfung beginnen soll. Damit zeigt Merz erneut seine Fähigkeit, schwierige Regierungsmomente durch unkonventionelle Mittel zu meistern.

Merz empfing zudem den slowenischen Ministerpräsidenten Robert Golob in Berlin. Beide besprachen eine Reihe von Themen, darunter die laufenden Friedensgespräche zum Ukraine-Krieg. Beide Regierungschefs betonten die Notwendigkeit ausgewogener Friedensverhandlungen und sprachen sich erneut für die Verwendung eingefrorener russischer Vermögenswerte aus.


Deutschland und Großbritannien in der Welt

Deutschland und Großbritannien führen weiterhin die europäischen Verteidigungsinitiativen an, auch wenn unterschiedliche Vorstellungen darüber bestehen, wie eine ukrainische Friedensregelung aussehen könnte. Die E3 co-moderierten ein virtuelles Treffen der „Coalition of the Willing“, an dem 35 Staaten sowie NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der US-Außenminister Marco Rubio teilnahmen. Europäische Führungspersönlichkeiten beharrten auf einer Friedensvision, die ukrainische Souveränität und Selbstbestimmung klar wahrt – ein Punkt, in dem Merz und Starmer weiterhin geeint auftreten. Dies folgt auf die Einschätzung von Außenminister Johann Wadephul, wonach Russland mit Blick auf verstärkte Drohnenaktivität, Luftraumverletzungen und Desinformationskampagnen „Phase Null“ eines Krieges gegen die NATO begonnen habe.

Auch im Nahen Osten bleibt die Friedensfrage hoch aktuell. Eine gemeinsame Erklärung Deutschlands, Großbritanniens, Frankreichs und Italiens verurteilte den jüngsten Anstieg israelischer Siedlergewalt und forderte Israel auf, die Beschränkungen gegenüber der Palästinensischen Autonomiebehörde zu lockern, einschließlich der Freigabe einbehaltener Steuereinnahmen. Dennoch setzte Deutschland seine Pläne fort, das Verbot der meisten Rüstungsexporte nach Israel aufzuheben und zu fallweisen Genehmigungen zurückzukehren, vorausgesetzt, die Waffenruhe in Gaza hält und humanitäre Hilfe weiterhin ungehindert fließt.

Großbritannien hingegen musste in dieser Woche mehrere Rückschläge hinnehmen. Innenpolitisch steht das Land unter Druck: Keir Starmer und Finanzministerin Rachel Reeves geraten nach dem Autumn Budget zunehmend in die Kritik. Außenpolitisch konnte Großbritannien keinen vollständigen Zugang zum europäischen Verteidigungsfonds in Höhe von 150 Milliarden Euro sichern; die britische Verteidigungsindustrie kann jedoch als Drittstaat an bestimmten Projekten teilnehmen. Es ist entscheidend, dass Großbritannien in diesen schwierigen Zeiten ein starker und verlässlicher Partner bleibt.


Ausblick

In der kommenden Woche findet die letzte Sitzungswoche des Bundestags in diesem Jahr statt. Die Regierungspressekonferenz ist für Mittwoch angesetzt, und viele der kontroversen Themen dieses Jahres – von Migration bis Wehrpflicht – werden erneut aufgerufen. Zudem ist mit weiteren Entwicklungen in den ukrainischen Friedensgesprächen im Rahmen der NATO- und EU-Verteidigungstreffen zu rechnen.

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Domestically, Merz has escaped some of the difficult waters of recent weeks on pension reform, while Germany and Britain continue to play leadership roles on Gaza, Ukraine and European defence.

Merz’ Woche

This week, Chancellor Friedrich Merz achieved a key victory in securing an agreement on an interim pension plan, stabilising the government amid tensions before committing to deeper review in 2026. In so doing, Merz has shown again an ability to navigate difficult governing moments through unconventional means.

Merz also hosted Slovenian Prime Minister Robert Golob in Berlin this week, discussing various issues including the ongoing peace talks over the Ukraine war. Both premiers stressed the idea of balanced peace discussions and also argued once more in favour of the appropriation of frozen Russian assets.


Germany and Britain in the World

Germany and Britain continue to lead European defence moves amid differing visions of what a Ukrainian peace settlement will look like. The E3 co-chaired a virtual meeting of the Coalition of the Willing, which included 35 nations as well as NATO Secretary General Mark Rutte and US Secretary of State Marco Rubio. European leaders insisted on a vision of peace that would strongly preserve Ukrainian sovereignty and self-determination, a front on which Merz and Starmer continue to be united. This comes as Foreign Affairs Minister Johann Wadephul said this week that Russia has begun “phase zero” of a war on NATO, considering Russia’s recent increase in drone activity, airspace violations and disinformation campaigns.

Meanwhile, peace in the Middle East continues to be an active issue. A quadripartite statement from Germany, Britain, France and Italy condemned the recent increase in Israeli settler violence and called on Israel to relax restrictions on the Palestinian Authority, including the release of withheld tax revenues. Nonetheless, Germany proceeded with plans to lift its ban on most arms exports to Israel, returning to case-by-case approvals provided the Gaza ceasefire holds and humanitarian aid flows continue.

Britain, however, has suffered a number of setbacks this week. Domestically, Britain is facing a turbulent time, with Keir Starmer and Chancellor of the Exchequer Rachel Reeves under increased pressure in the wake of their autumn budget. On the foreign front, Britain has been unable to secure full access to the €150 billion European defence fund, though the UK defence industry will be able to participate in projects that use the fund as a third-party. It is essential that Britain remains a strong and stable ally during the difficult times that Europe faces.


Outlook

This coming week marks the final Bundestag week of the year. The government’s press conference is scheduled for Wednesday, and many of this year’s contentious issues, from migration to military conscription, will be discussed. Expect continuing developments on the Ukrainian peace talks amid NATO and EU defence meetings.

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Nun geht das Team in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub - das "Berlin Briefing" Format wird im neuen Jahr weitergeführt. Wir wünschen Ihnen frohe und besinnliche Weihnachten. 

The team now begins its well-earned Christmas holiday - the "Berlin Briefing" format returns in the new year! We wish you a very happy Christmas!