In der vergangenen Woche wurden die internationalen Entwicklungen vor allem von der Münchner Sicherheitskonferenz geprägt, auf der Kanzler Merz eine eindrucksvolle Vision für Europas Zukunft entwarf.
Merz’ Woche
Merz eröffnete die Konferenz mit einer klaren Vorstellung davon, wie Europa sich positionieren sollte, während sich die transatlantische Beziehung weiterentwickelt. Er argumentierte, Europa „müsse zu einer globalen politischen Macht mit einer eigenen Sicherheitsstrategie werden“, und warnte zugleich, der Kontinent sei weiterhin zu stark von den USA abhängig. Vor diesem Hintergrund kündigten Merz und Macron Gespräche über eine Ausweitung der französischen nuklearen Abschreckung auf Deutschland an – ein Vorhaben, das einen wesentlichen Schritt in diese Richtung markieren würde.
Bereits zuvor nahm Merz am European Industry Summit in Antwerpen teil, wo er den Abbau von Bürokratie forderte, um Europas Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu stärken. Zudem bekräftigte er erneut seine Ablehnung einer gemeinsamen EU-Verschuldung.
Innenpolitisch betonten Merz und der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Martin Jäger, die Notwendigkeit größerer Fähigkeiten und eines erweiterten operativen Handlungsspielraums für die Nachrichtendienste – im Vorfeld eines Bundestagsgesetzes, das aktivere Gegenmaßnahmen ermöglichen würde.
Deutschland und Großbritannien in der Welt
Der britische Premierminister Keir Starmer steht weiterhin unter erheblichem innenpolitischem Druck, setzte in dieser Woche jedoch dennoch gezielt auf eine engere Annäherung an Europa. In Anlehnung an Merz’ übergeordnetes Framing sagte er in München, Europa sei „ein schlafender Riese“, der geweckt werden müsse. Die Bedeutung der deutsch-britischen Achse in der aktuellen Lage unterstreichend, traten Merz und Starmer gemeinsam mit Macron als E3 auf.
Parallel dazu führte Merz eine Reihe hochrangiger bilateraler Gespräche – unter anderem mit dem US-Außenminister Marco Rubio, Chinas Außenminister Wang Yi und Präsident Selenskyj. Rubio lobte dabei insbesondere Merz’ Vorstoß, Deutschlands militärische Stärke und Einsatzbereitschaft wiederherzustellen – vor dem Hintergrund einer Konferenzrede, die weithin als konzilianter wahrgenommen wurde als die Ansprache von Vizepräsident JD Vance im Jahr 2025.
Ausblick
In der kommenden Woche wird sich die Aufmerksamkeit nach Genf verlagern: Dort sollen die von den USA vermittelten Ukraine–Russland-Kontakte wieder aufgenommen werden; zudem ist eine zweite Runde der US–Iran-Gespräche zum Nuklearprogramm in Vorbereitung. Auf EU-Ebene rücken die Treffen der Eurogruppe und von ECOFIN die Verteidigungsfinanzierung und die breitere Investitionsagenda erneut in den Fokus. Außerdem findet in dieser Woche der CDU-Parteitag in Stuttgart statt.
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Last week, international affairs were dominated by the Munich Security Conference, where Chancellor Merz delivered a striking vision of Europe’s future.
Merz’ Woche
Merz opened the conference with a firm vision of where Europe should position itself as the transatlantic relationship evolves. He argued that Europe “must become a global political power with its own security strategy,” warning that the continent remains overly dependent on the U.S.. In that vein, Merz and Macron announced talks on extending France’s nuclear deterrent to Germany, an initiative that would mark a major step in this direction.
Earlier in the week, Merz attended the European Industry Summit in Antwerp, where he called for cutting red tape to strengthen Europe’s competitiveness vis-à-vis the U.S. and China. He also reiterated his position against common EU debt.
Domestically, Merz and federal intelligence chief Martin Jäger emphasised the need for greater capability and operational latitude for the intelligence services, ahead of a Bundestag bill that would enable more active countermeasures.
Germany and Britain in the World
British Prime Minister Keir Starmer remains under significant domestic pressure, but this week nonetheless made a concerted push towards closer alignment with Europe. Echoing Merz’ broader framing, he argued in Munich that Europe is “a sleeping giant” that ought to be woken. Underlining the salience of the DE–UK relationship in the current moment, Merz and Starmer joined Macron as the E3.
Meanwhile, Merz held a series of high-level bilateral meetings, including with U.S. Secretary of State Marco Rubio, China’s Foreign Minister Wang Yi, and President Zelensky. Rubio in particular lauded Merz’ push to re-establish military strength and readiness in Germany, against the backdrop of a conference speech widely seen as more conciliatory than Vice President JD Vance’s 2025 address.
Outlook
This coming week, attention will pivot to Geneva, where the U.S.-brokered Ukraine–Russia contacts are due to resume, while a second round of U.S.–Iran nuclear talks are also in the works. At the EU level, the Eurogroup and ECOFIN meetings will put defence financing and the wider investment agenda back on the table. This week will also see the CDU Party Congress in Stuttgart.

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